Fuhrmannsplatz: bewegende Gedenkveranstaltung

09.11.2018

(...) Viele Menschen und Ehrengäste, u.a. Diakon Arnold Stuckstätte, der evangelische Pfarrer, Achim Heckel, sowie zahlreiche Vertreter aus Rat und Verwaltung folgten der Einladung. Vor achtzig Jahren wurden in der Nacht vom 9. auf den 10. November die Häuser der Herzebrocker Juden überfallen, die Geschäfts- und Wohnungseinrichtungen demoliert und die Bewohner gequält und geschlagen. Die Männer wurden für mehrere Wochen in Konzentrationslagern gefangen gehalten. An das Pogrom erinnert seit zehn Jahren die von Hans-Bernhard Vielstädte geschaffene Stele am Fuhrmannsplatz, die auf eine Initiative der Israel-AG am Einsteingymnasium in Rheda-Wiedenbrück zurückgeht. Bewegend verlasen neben der Stele die Schüler: Tabea Koch, Borys Ernszczynski und Stefan Tohermes im Gedenken an die Opfer, die Namen und Schicksale sowie die Lebensdaten der 27 jüdischen Frauen, Männern und Kindern, welche in der Reichspogromnacht von den Nationalsozialisten aus Herzebrock deportiert und ermordet wurden. Auch Bürgermeister Marco Diethelm und der stv. Schulleiter, Christian Abendroth, ließen noch einmal mit deutlichen Worten aufleben, was nie in Vergessenheit geraten darf. „Wir müssen uns immer wieder aufs Neue erinnern und bewusst werden lassen, das sich solche menschenverachtenden Verbrechen, die genau vor 80 Jahren in Deutschland und in unserer Gemeinde geschahen, nie wiederholen“, machte der Bürgermeister in seiner Gedenkrede deutlich und mahnte an, wichtig sei es auch der nächsten Generation diese Schicksale in Erinnerung zu rufen, weil es immer weniger Zeitzeugen gebe. Schon vor 1938 waren jüdische Familien, die seit Jahrzehnten in Herzebrock gelebt hatten, ins Ausland geflohen. Andere folgten ihnen in den verbleibenden Monaten bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs. Wer nicht entkommen konnte, wurde in der Shoah umgebracht. „Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass sich die Gräueltaten nicht wiederholen. Auf, dass wir ohne Angst unsere Meinung äußern können. Friedlich, auf dem Boden der Demokratie, nicht nur heute, sondern für immer“, appellierte Marco Diethelm.

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